Grüne Wellen

11. Januar 2018  

Vorwort ~ Grüne Wellen

Grüne Wellen im Römerbrief

~   Denn die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. (Röm 8,19)
~   Denn auch sie, die Schöpfung, soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. (Röm 8,21)
~   Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. (Röm 11,36)

Grüne Wellen in einem Bundesland – ein Beispiel

~   Als erstes deutsches Bundesland erkannte Bayern die besondere Bedeutung des Umweltschutzes. Am 8. Dezember 1970 beschloss der Bayerische Landtag die Gründung des Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen.
~   Es war nicht nur das erste Umweltministerium in Deutschland, sondern auch das erste in Europa und weltweit.
~   Ministerpräsident Dr. Alfons Goppel gab damals im Bayerischen Landtag eine Begründung, die heute noch ganz aktuell klingt: „Die Bedrohung unserer Lebensgrundlagen durch die zunehmende Technisierung der Welt und den unkontrollierten Egoismus der einzelnen lässt es nicht zu, den Umweltschutz heute noch von den Ministerien gesondert unter den verschiedensten Teilaspekten wahrzunehmen.“

[Quelle: http://www.stmuv.bayern.de/ministerium/aufgaben/geschichte_umweltministerium.htm – Stand 30.11.2017]

Grüne Wellen in der katholischen Kirche

~   Misereor- startete als Gründungsmitglied der GEPA 1978 die Aktion „Jute statt Plastik“, um den Müllberg an Plastik-Einkaufstaschen zu verringern.
~   Am 1. Januar 2010 hat Papst Benedikt XVI. seine Botschaft zum Weltfriedenstag unter das Leitwort gestellt: „Willst du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfung“.
~   In seiner Enzyklika ‚Laudato Si‘ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ verbindet Papst Franziskus 2015 das Wohl jedes einzelnen Menschen und der gesamten Weltgesellschaft grundlegend an das Wohl der Schöpfung.
~   Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz (September 2017) das Klimagerechte Handeln z. B. durch CO2-Reduktion und ökofairen Handel in den Bistümern zu fördern.


Grüne Wellen in Sankt Sophien

~   Gemeindemitglieder von Sankt Sophien, denen als Geschöpfe des Schöpfer-Gottes die Schöpfung und ihre Bewahrung wichtig sind, begannen 2014 sich zu engagieren als Umweltteam für unsere Kirchen-Gemeinde.
~   Am 17. Juni 2014 wurde in einer öffentlichen Kirchenvorstandssitzung die Einführung des Umweltmanagements „Grüner Hahn“ für Kirchengemeinden beschlossen.
~   Die vom Umweltteam erarbeiteten Schöpfungsleitlinien für unsere Kirchengemeinde Sankt Sophien (1.4.2015), wurden am 15. Mai 2015 in öffentlicher Kirchenvorstandssitzung beschlossen. Und am 30. Oktober 2017 erfolgte die erste Zertifizierung.

Sankt Sophien ist damit die erste katholische Kirchengemeinde im Erzbistum Hamburg, der die Zertifizierung des Umweltmanagement-System „Grüner Hahn“ verliehen wurde. Sankt Sophien betrat für das Erzbistum Hamburg Neuland.

Dankbar sind wir für unser Umwelt-Team, denn es hat in steter Arbeit, auch Überzeugungsarbeit, Grundlagen, Strukturen und Verantwortlichkeiten für ein Umweltmanagement erarbeitet, auf das in Zukunft aufgebaut werden kann. Damit wurden und werden aus Worten Taten: wie z.B. das Zusammenstellen eines Handbuchs Umweltmanagement “Grüner Hahn“ (2017), die Ermöglichung von Mülltrennung dank neuer und markierter Müllbehälter, Überprüfung der Reinigungsmittel auf Umweltverträglichkeit, Anschaffung von recycelbaren Opferlichtern, jährliche Teilnahme der Gemeinde an „Hamburg räumt auf“, Infostände bei Veranstaltungen, Beachtung von Sicherheitsaspekten u.a.

Umweltmanagement ist somit ein wichtiger und notwendiger Schritt der Selbstverpflichtung einer Gemeinde zum Wohle der Schöpfung und ihrer Geschöpfe. Was wir einkaufen, welchen Energieanbieter wir wählen, wie wir uns ernähren: Unser Lebensstil hat ganz konkrete Auswirkungen und deshalb sind diese Entscheidungen nicht beliebig zu treffen. Sie sind Teil der Suche nach Gerechtigkeit und Frieden für alle Menschen. Nicht nur das Umweltteam, sondern jede/r einzelne ist gefragt, sich an dem Verbesserungsprozess eines nachhaltigen Umweltschutzes zu beteiligen, erreichte Umweltstandards für die Zukunft zu sichern und neue Ideen für ein die Umwelt schonendes Leben einzubringen.

Kirche vor Ort wird damit glaubwürdiger für die Menschen. Freilich gibt es noch viel zu tun und es gilt am Ball zu bleiben. Das Umweltteam von Sankt Sophien macht uns Beine…. Gott sei Dank! – Laudato si’, mi’ Signore!

In Dankbarkeit für das Umwelt-Engagement unserer Gemeinde

P. Thomas Krauth OP, Pfarrer an Sankt Sophien