Information zu Flüchtlingen

9. Oktober 2015  

Wirtschaftsforscher halten Flüchtlingshilfe für Konjunkturprogramm

BERLIN  Deutschland bleibt nach Ansicht der führenden Ökonomen wirtschaftlich stark und kann so auch die historische Flüchtlingskrise ohne neue Schulden stemmen. In ihrem Herbstgutachten gehen die Institute davon aus, dass Europas größte Volkswirtschaft trotz der Durststrecke der Weltwirtschaft 2015 und 2016 um jeweils 1,8 Prozent zulegt. Das sei ein „verhaltener Aufschwung“, der vor allem von den konsumfreudigen Verbrauchern getragen werde, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Die elf Milliarden Euro, die der Staat zur Bewältigung der Flüchtlingskrise aufbringen müsse, seien gut angelegtes Geld. „Das wirkt ähnlich wie ein Konjunkturprogramm“, so DIW-Experte Ferdinand Fichtner. Die Flüchtlinge würden den Großteil an Asylleistungen oder später Hartz IV in den Konsum stecken. Das könnte für die Wirtschaftsleistung einen positiven Effekt von einem Viertelprozentpunkt haben. Wegen der Kosten für die Flüchtlinge sinkt aber der Überschuss des Staates von 23 Milliarden (2015) auf 13 Milliarden Euro (2016). (dpa)

Quelle: Hamburger Abendblatt, 9.10.2015, S. 21