Orgelkonzert von Alexander Ivanov

Es ist nicht sein erstes Konzert, was er bei uns gibt und den regelmäßigen Konzertbesucher ist er bereits ein bekanntes Gesicht.

Seine zahlreichen Konzerte waren immer wieder ein Genuß,
ob er allein ein Konzert gibt oder sich von Klarinette oder Trompete begleiten ließ.

Folgendes Programm hat er diesmal für uns mitgebracht:

Eine „Suite“ bezeichnete in der Blütezeit dieser Form, dem Barock, eine Abfolge von Tanzsätzen, meist für Orchester geschrieben. Doch auch spätere Komponisten stellten einzelne Musikstücke zu einer Suite zusammen, häufig dann unter einem thematischen Zusammenhang. Beispiele für solche Werke für Orgel spielt der Keitumer Kirchenmusiker Alexander Ivanov bei dem Orgelkonzert ….

Johann Sebastian Bachs Toccata, Adagio und Fuge BWV 564 C-Dur ist ein perfektes Stilbuch der Norddeutschen Orgelschule des 17. Jahrhunderts, die Bach zu Beginn seines Schaffens stark prägte. Die dramatische Toccata mit ihrem charakteristischen Beginn aus wie improvisiert hingeworfenen kurzen Motiven, gefolgt von einem Pedalsolo ist ein Beispiel für den „Stylus phantasticus“, der ganz kurze musikalische Abschnitte farben- und kontrastreich aneinanderreiht. Es folgen ein Adagio mit einer berühmten gesanglichen Melodie und eine vierstimmige Spielfuge.

Drei Stücke für Orgel-Spieluhren schrieb Wolfgang Amadeus Mozart Ende des 18. Jahrhunderts, die dreisätzige Fantasie KV 594, das größer angelegte KV 608 und das Andante KV 616. Mindestens eines, vermutlich sogar alle entstanden für ein Panoptikum, das Müllersche Kunstkabinett, in dem beispielsweise eine Pyramidenuhr, ein mechanischer Kanarienvogel oder die Wachsfiguren militärischer Helden zu sehen waren. Der Interpret des Abends Alexander Ivanov legt diese Musik für eine Uhr als Meditation über Zeit und Tod an – Themen, die Mozart sehr beschäftigten.

Maurice Duruflé (1902-1986) gehörte zu den wichtigsten Vertretern der französischen Orgelschule, seine spätromantische Suite wurde 1932 veröffentlicht. Das Prélude führt in einem großen Bogen aus der Es-Moll-Dunkelheit über eine Eruption in Dur zurück in die Kontemplation. Nach der eleganten Sicilienne endet die Suite in einer stürmischen Toccata.

Die Suite von Jehan Alain (1911-1940) ist nur ganz wenige Jahre jünger als die von Duruflé, scheint aber aus einer anderen Welt zu stammen. Der französische Komponist war vom musikalischen Impressionismus wie dem Debussys beeinflusst, aber auch von Olivier Messiaen und von der Musik Asiens. Nach dem frühen Tod Jehan Alains im Zweiten Weltkrieg erwies Duruflé übrigens dem Jüngeren die musikalische Ehre mit einem Präludium und Fuge über die Buchstaben des Namens „Alain“.

Wir freuen uns jetzt schon auf sein Konzert!

Nicht vergessen:

Sonntag, 20. November 2011 um 19:30