Monatsbrief: Sankt Sophien Im März 2014

Monatsbrief201403
Liebe Gemeinde!
Liebe Besucher von Sankt Sophien! Die Fastenzeit steht vor der Tür. Als ich ein Kind war, dachte ich, der Sinn dieser Phase des Kirchenjahres bestehe einfach darin, auf Süßigkeiten oder andere Dinge zu verzichten. Aber dem ist natürlich mit Nichten so. Denn es geht in der Fastenzeit nicht darum, den Menschen den Spaß zu verderben, ihnen etwas zu verbieten oder ihnen durch verschiedene „Bußübungen“ das Leben schwer zu machen oder zu verkomplizieren.
Das was die Fastenzeit wirklich ausmacht, drückt sich stattdessen schon ganz zu Beginn am Aschermittwoch aus. Dort wird während des Bezeichnens mit dem Aschekreuz gesagt: „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und zum Staub zurückkehrst.“ oder „Asche zu Asche und Staub zu Staub.“ Damit soll den Menschen keine Angst vor einem nahenden und sicheren Tod gemacht werden. Vielmehr sind wir dadurch eingeladen, darauf zu schauen, woher wir kommen und was der Urgrund unseres Seins oder unseres Lebens ist. Wir sind eingeladen uns selber zu relativieren und zu erkennen, dass ich nicht der Dreh- und Angelpunkt der Welt bin, sondern wie ein kleines Rädchen im großen Getriebe oder wie eben ein Sandkorn am großen Strand unseres Kosmos. Diese Erkenntnis kann zu einer anderen Haltung gegenüber Gott, gegenüber mir selber und gegenüber meinen Mitmenschen führen, welches das Anliegen der Vorbereitungszeit auf Ostern ist. Dafür kann es notwendig sein, dass ich mich von dem einen oder anderen löse, was mich daran hindert, in eine solche bessere Beziehung zu treten, wofür das Symbol des Bezeichnens/Bestreuens mit der Asche steht, da Asche früher als Reinigungsmittel genutzt werden konnte.
Sie sehen: Die Fastenzeit ist nicht dazu da, uns den Spaß zu verderben oder ein schlechtes Gewissen zu machen. Sie ist eine Chance zu einer Neujustierung unseres Lebens vor Ostern. Ich möchte Sie einladen diese zu nutzen.
Ihr fr. Gregor