Monatsbrief: Sankt Sophien im Februar 2016

Der ganze Monatsbrief: 2016.02
Liebe HamburgerInnen!
Im Auftrag Alfons VIII. von Kastilien reisten Bischof Diego und Dominikus 1203 von Osma in Spanien nach Dänemark, um einen Heiratsvertrag für den Infanten Ferdinand abzuschließen und die Braut nach Kastilien zu geleiten. Gern erinnern wir Hamburger Dominikaner uns im 800. Jahr des Bestehens unseres Ordens an diese Reise.
Hier hörte Dominikus von den Kumanen, die 1203 im Dienste Ottokars von Böhmen Teile Norddeutschlands verwüstet hatten. Dominikus bat daraufhin Papst Innozenz III. um die Erlaubnis, die Kumanen in Norddeutschland missionieren zu dürfen. Doch der Papst brauchte Dominikus für die Bekämpfung der Häresie der Katharer in Südfrankreich. So begann er in Toulouse mit seinen evangelischen Lehrpredigten und Disputationen (Streitgesprächen), die vom Glauben der Kirche abgefallenen Katharer (Reinen) für die Kirche zurückzugewinnen. Er sammelte junge Männer um sich für dieses Projekt und gründete 1207 in Prouille ein Kloster für bekehrte Frauen als Missionsstation für die Brüder.
1215 gründet Dominikus in Toulouse den Konvent St. Romanus. Ein Jahr später wird der Orden der Predigerbrüder von Papst Honorius III. anerkannt.
Dominikus sendet seine Mitbrüder aus in die Universitätsstädte Paris, Bologna, Montpellier u.a.. Immer mehr Studenten werden Dominikaner. Der Orden wächst rasant. Bereits im Todesjahr des Dominikus 1221 kommt es zur Gründung der Dominikaner-Provinz Teutonia und im Jahre 1229 gibt es bereits Dominikaner in Lübeck und 1236 in Hamburg, wo sie auf dem heutigen Rathaus-Platz um 1240 ihr Kloster SS. Johannis errichten.
Weiter ist für „uns“ Hamburger interessant, dass am 8.9.1310 das Provinzkapitel der Dominikaner-Provinz Saxonia mit Meister Eckhart hier tagte. Gleichzeitig wird in Speyer Meister Eckhart von der Dominikaner-Provinz Teutonia zum Provinzial gewählt. Doch der Ordensmeister in Rom bestätigte die Wahl nicht. Der Grund: Eckhart war bereits vorgesehen für den Lehrstuhl an der Sorbonne in Paris, weshalb er 1311 auf dem Generalkapitel vom Amt des Provinzials der Saxonia entbunden wurde, um von 1311-1313 zum zweiten Mal als Professor (Magister = Meister) in Paris lehren zu können.
Und schön ist für „uns“ Hamburger, dass in der Staats- und Universitätsbibliothek eine wertvolle Handschrift Meister Eckharts aus dem Jahr 1350 aufbewahrt wird: Der Hamburger Codex theol. 2057, d.h. die Predigtsammlung: ,Paradisus anime intelligentis‘ (Paradies der vernünftigen Seele) mit 64 Predigten, davon 32 Predigten von Meister Eckhart. Am Freitag, dem 18. März, wird sie ab 10 Uhr in der Handschriftenabteilung zu sehen sein. [Infos: sanktsophien.de]
Mit dominikanischen Wau-Wau-Grüßen!
P. Thomas